banner_grau.gif

2 Burgen-Apotheke

  • Apothekerin Heike Pflästerer e.K.
  • Birkenweg 49
  • 69469 Weinheim

Grauer Star (Linsentrübung, Katarakt): Überblick

Als grauer Star (Katarakt) werden Linsentrübungen bezeichnet, die das Sehen beeinträchtigen. Ab 60 Jahren nehmen sie stetig zu. Grauer Star lässt sich aber immer besser und individueller behandeln
aktualisiert am 27.11.2017

Erste Symptome beim grauen Star: Das Sehen ist unscharf, kontrastarm und weniger farbig, das Blendungsempfinden erhöht

iStock/Thomas Demarczyk

Grauer Star – kurz zusammengefasst

  • Beim grauen Star (Katarakt) trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse. Das behindert das Sehen zunehmend. Je nach Lage der Trübung ist mehr das Sehen in der Nähe (Lesen) oder das Sehen in der Ferne betroffen.
  • Die häufigste Form ist der Altersstar, der ab 60 Jahren auftritt. Alle anderen Starformen können in allen Altersgruppen vorkommen, auch bei Jugendlichen, Kindern, sogar Neugeborenen.
  • Meist erkranken – teilweise auch zeitversetzt – beide Augen.
  • Hauptsymptome sind verschwommenes Sehen und zunehmende Blendempfindlichkeit.
  • Einzige Therapie ist die Operation. Indem die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird, lässt sich das Sehvermögen meist wieder deutlich verbessern – Brillenfreiheit nach dem Eingriff ist unter bestimmten Voraussetzungen ein nahezu realistisches Szenario geworden.

UNSER EXPERTE: Professor Dr. med. Christos Haritoglou, Facharzt für Augenheilkunde

Prof. Haritoglou

Grauer Star: Was sind die Ursachen?

Warum genau es zu einem Altersstar kommt, ist noch unklar. Neben erblicher Veranlagung gibt es verschiedene Risikofaktoren, zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes (siehe Kapitel "Grauer Star: Ursachen, Risikofaktoren"). Letztlich verändern sich Struktureiweiße der Augenlinse und es kommt zu einer Verdichtung der Linsenzellen. Die Linse verliert zunehmend an Elastizität und trübt sich ein. Normalerweise glasklar, sorgt sie für scharfen Blick. Eine getrübte Linse verschleiert ihn.

Denn das einfallende Licht kann die Linse nicht mehr ungehindert durchdringen und wird außerdem gestreut. Somit entstehen auf der Netzhaut keine scharfen Bilder mehr und man wird zunehmend blendempfindlich. In manchen Fällen werden auch Farben verändert wahrgenommen.

Die Linsentrübung verläuft normalerweise sehr langsam, über Jahre und Jahrzehnte. Im hohen Alter ist sie gewissermaßen physiologisch und findet sich im Grunde bei jedem. "Grauer Star" beschreibt eigentlich das Stadium, in der die Trübung den Alltag behindert und daher operationsbedürftig geworden ist.

Woher kommt die Bezeichnung grauer Star?

Mit dem bekannten Singvogel hat der Name absolut nichts zu tun. Vielmehr leitet er sich von dem starren Blick ab, den Patienten früher – nicht behandelt und daher erblindet – hatten. Zudem zeigte sich bei ihnen die Pupille aufgrund des sehr reifen Stars grau. Eine alternative Bezeichnung ist die "Katarakt", die sich aus dem Griechischen ableitet und "Wasserfall" bedeutet. Diese Beschreibung bezieht sich auf die weiße Färbung einer sehr fortgeschrittenen Linsentrübung, die in der Pupille des Auges erkennbar ist und an die weiße Gischt eines Wasserfalls erinnert.

Symptome des grauen Stars

Betroffene sehen wie durch einen leichten Schleier. Der Seheindruck ist unscharf, kontrastarm, weniger farbig. Auch kommt es oft zu erhöhter Blendempfindlichkeit, Doppelbilder sind ebenfalls möglich. Mit der Zeit nimmt das "Nebelsehen" weiter zu. Im fortgeschrittenen Stadium kann ein grauer Star das Sehen erheblich beeinträchtigen (mehr dazu im Kapitel "Grauer Star: Symptome"). Bei manchen Formen des grauen Stars verändern sich die Werte der Brillengläser sehr rasch. Die Betroffenen werden kurzsichtig und können – zumindest für einen kurzen Zeitraum – plötzlich auch ohne Brille wieder lesen.

Grauer Star: Diagnose

Am Anfang jeder augenärztlichen Untersuchung steht die Prüfung der Sehschärfe. Sodann erfolgt die Untersuchung der Augen an der Spaltlampe (sogenanntes Spaltlampenmikroskop). In der Regel wird auch die Pupille erweitert, um die gesamte Augenlinse und auch die Netzhaut vollständig untersuchen zu können. Bei Bedarf schließen sich weitere Maßnahmen an. Darüber informiert das Kapitel "Grauer Star: Diagnose".
Tipp: Gehen Sie ab 40 Jahren etwa alle zwei Jahre zum Augenarzt, um ernsthafte Augenkrankheiten, darunter auch grüner Star (Glaukom), frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zum Nachlesen:

Augeninnendruckmessung

Glaukom (grüner Star)

Beim grünen Star (Glaukom) ist der Sehnerv geschädigt. Unbehandelt kann das Auge erblinden. Mehr zu Symptomen, Diagnose, Therapie »

Therapie des grauen Stars

Bei beginnendem Altersstar kann zunächst versucht werden, die Brechungsunregelmäßigkeiten der Augenlinse mit passenden Brillengläsern auszugleichen. Eine Therapie mit Medikamenten gibt es nicht.

Die einzige effektive Behandlungsmöglichkeit ist die Operation, da nur sie das Sehvermögen wiederherstellen kann. Der Eingriff ist mit 800.000 Eingriffen pro Jahr nicht nur die häufigste Augenoperation, sondern zählt zu den häufigsten Operationen hierzulande überhaupt.

Dabei wird die getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt. Der Eingriff lässt sich meist in örtlicher Betäubung durchführen (mehr zu den Operationsverfahren im Kapitel "Grauer Star: Therapie").

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Auch interessant:

Brillenträgerin

Zehn Tipps für Brillenträger

Wie putze ich die Brille richtig? Was hilft, wenn sie beschlägt? Was tun bei Kratzern? Wir klären zehn wichtige Fragen »



Bildnachweis: W&B/Achim Graf, Prof. Haritoglou, Shotshop/Elena, iStock/Thomas Demarczyk, W&B/Martina Ibelherr
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9

Ratgeber zu Augenkrankheiten:

Makuladegeneration

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – Überblick »

Eine Makuladegeneration führt zu starker Sehbehinderung bis Erblindung. Rechtzeitige Behandlung kann dies aufhalten »

Brille

Alterssichtigkeit (Presbyopie) »

Informationen zu Symptomen, Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten – von Brille über Kontaktlinsen bis Laser »

Gut zu wissen

Frau reibt sich die Augen

Tränende Augen: Was sind die Ursachen?

Ständig tränt das Auge – warum bloß? Viele Faktoren kommen als Auslöser infrage, zum Beispiel Wind, Rauch und Bildschirmarbeit. Hilfreiche Tipps »

Augenbeschwerden: Ursachen, Hilfen

Augen einer Frau

Augenschmerzen: Überblick »

Augenschmerzen haben ihren Ursprung meistens im Auge selbst. Sie sind auch oft mit Sehstörungen verbunden »

Augen einer Frau

Sehstörungen »

Sehstörungen beruhen auf Schädigungen oder Krankheiten der Augen, manchmal auch anderer Organe. Ein Überblick »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages